Am 13.11.2020 organisierten Frauen helfen Frauen Esslingen e.V., das Referat für Chancengleichheit der Stadt Esslingen a.N. und das Landratsamt Esslingen mit Unterstützung des Runden Tisches Häusliche Gewalt Esslingen eine Aktion am Postmichelbrunnen, um auf Femizide hinzuweisen.

 

Anlässlich des Internationalen Tags „NEIN zu Gewalt an Frauen“, der jährlich um den 25. November begangen wird, wurde der Frauen, die von ihren (Ex-) Partnern oder anderen männlichen Familienangehörigen getötet wurden, gedacht.

Am 25. November 1960 ermordeten Soldaten des Trujillo-Regimes in der Dominikanischen Republik die drei Schwestern Mirabal nach einem Besuch bei ihren aus politischen Gründen inhaftierten Ehemännern. Mut und Schicksal der Schwestern wurden bald zum Symbol für den Widerstand von Frauen gegen Unrecht und Gewalt. 1981 riefen Feministinnen aus Latein-amerika und der Karibik den 25. November zum Gedenktag für weibliche Opfer von Gewalt aus. Diese Initiative wurde 1999 von den Vereinten Nationen aufgegriffen und der 25. November zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen erklärt.

Jedes Jahr kommen in Deutschland weit über 100 Frauen durch Partnerschaftsgewalt ums Leben – das heißt, alle zwei bis drei Tage stirbt eine Frau infolge Häuslicher Gewalt.

Die Statistiken des Bundeskriminalamts belegen 147 ermordete Frauen für   das Jahr 2017 und 122 Frauen für 2018. One billion rising zählt 135 getötete Frauen und 15 Kinder in Deutschland für das Jahr 2019. In Baden-Württemberg wurden 23 Frauen 2018, im darauffolgenden Jahr 17 Frauen getötet. Eine Studie der UN Women (2019) besagt, dass statistisch gesehen das Zuhause einer der gefährlichsten Orte für Frauen ist: täglich werden weltweit 137 Frauen von einem Familienmitglied umgebracht.

Die roten Schuhe stehen für all die Frauen, die heute nicht mehr am Leben sind. Sie stehen symbolisch für das Blut der getöteten Frauen, aber auch für das jähe, gewaltvolle Ende eines Lebensweges.

Femizide dürfen nicht mehr verharmlost und bagatellisiert werden!

Sie sind keine „Familien- oder Ehedramen“, Mord an Frau und Kind ist kein „erweiterter Suizid“. Ähnliche Aktionen haben in mehreren Städten Deutschlands stattgefunden. Sie gehen auf die Idee der mexikanischen Künstlerin Elina Chauvet zurück. Sie rief das Projekt „Zapatos Rojos“ (Rote Schuhe) 2009 ins Leben, um an vermisste, misshandelte, vergewaltigte und ermordete Frauen zu erinnern.

Gleichzeitig wurde auf all die Frauen aufmerksam gemacht, die Opfer von Häuslicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Ehemänner, Partner oder Ex-Partner wurden. Immer noch erleben in Deutschland 30% der Frauen in ihrem Leben mindestens einmal Gewalt durch aktuelle oder frühere Beziehungspartner.

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